Follow-up #1 Ein Plan aus 1001er Nacht…..

Heute gibt es das erste Follow-up zu unserem Teppichprojekt. Sehr viel hat sich zwar noch nicht getan, aber dennoch genug um es mit euch zu teilen 🙂

Da man ja nicht das komplette Vlies erst zupfen, waschen, kardieren und verspinnen möchte, habe ich mich in den letzten Tagen ein wenig intensiver mit dem Thema Webrahmen und Weben ganz allgemein befasst. Ich gebe zu, bei der riesigen Auswahl war ich ziemlich erschlagen 🙂

Also haben wir erst einmal abgewogen, welche Kriterien uns an einem Webrahmen wichtig sind und welche ein “nice to have” darstellen.

Wie breit sollte er sein?

Zusammenklappbar ja oder nein?

Mit oder ohne Tasche?

Zubehör?

Ich mag das gar nicht allzu weit ausdehnen und deshalb die 2 Kandidaten kurz zeigen, welche in unserer näheren Auswahl stehen.

Zum einen interessant ist die Webrahmenpalette von Kromski und Söhne und hier speziell das Modell “Harfe”.

Die Harfe gibt es in 20 / 40 / 60 / 80 cm, sie besteht aus lackierten Erlenholz und ist klappbar 🙂

(Einwurf von Anke: Erlenholz ist toll, denn es erinnert mich immer und immer an Erlelfen. Und das ist fantastisch.)

Dazu gibt es reichlich inklusives Zubehör und außerdem zahlreiche  andere Dinge, wie verschiedene Webblätter, Schiffchen oder auch ein Untergestell.

Die weiteren Modelle kommen aus dem Hause Ashford. Hier sind 2 Modelle interessant.

Der “knitters loom” und der “rigid heddle loom“.

Zwischen den beiden gibt es zwei Unterschiede. Der “rigid heddle loom” kommt in einer Größe von 40 – 120 cm und ist nicht klappbar. Der “knitters loom” ist in einer Größe von 30 – 70 cm erhältlich und ist klappbar.

Für beide Modelle gibt es reichlich unterschiedliches Zubehör um für jede Form von Projekt gewappnet zu sein.

Jetzt gilt es den nächsten Monat abzuwarten, denn wie bei euch vielleicht auch, sind 200 Euro mal nicht so nebenbei auszugeben.

Was ist denn nun eigentlich aus den ersten Fasern geworden? Das kann ich euch sagen. Die ersten 200g sind versponnen und davon die ersten 100g navajo verzwirnt und fertig für das Bad *_______*

Teppichgarn

Ich finde es ganz außerordentlich hübsch 🙂 es ist so geworden wie ich mir das vorgestellt habe.

Außerdem sind schon wieder 300g gewaschen und warten auf das Kardieren. Ihr seht, es geht voran !!

bis zum nächsten Follow-up!

/Matze

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Ein Plan aus 1001er Nacht…..

Teppiche aus Schafwolle bringen Wärme und Behaglichkeit in alle Wohnräume. Sie schützen vor Zugluft am Boden, dämmen den Trittschall und filtern Schadstoffe aus der Raumluft.

Das ist der Satz, welchen ich voller Freude in unserem ersten Finkhofkatalog gelesen hatte. Seit dem steht ein Teppich aus Schafwolle immer wieder ziemlich weit oben auf unserer Wunschliste.

Leider, leider, sind diese wunderbaren Textilien so enorm weit außerhalb unseres Budget, dass immer noch keiner den Weg in unser Zuhause gefunden hat.

Nun wären wir nicht wir, wenn wir uns mit dieser Tatsache abfinden würden 😉

Im Wollstash wird es darum gehen, Wollfasern in ihrem Kreislauf zu begleiten. Wir berichten über das Bearbeiten von Rohwolle, das Färben von Kammzügen und Strickgarn, über das Entstehen von gestrickten und genähten Kleidungsstücken.

aha ! Anke hat vor ein paar Tagen 2 Vliese  Rohwolle aus dem letzten Jahr bestellt.

Insgesamt haben uns 3,5 kg Rohwolle erreicht und warten seit dem auf die Weiterverarbeitung. Ein Vlies stammt vom Coburger Fuchs und das andere von einer Skudde. Beides sind alte Schafrassen und werden nicht mehr allzu häufig gehalten. Mit kanpp 20 Euro inklusive Versand war das für uns wirklich günstig 🙂

Der Wikingerhof , von welchem wir beide Vliese bezogen haben, verarbeitet ausschließlich regionale Wolle und stimmt auch in vielen anderen Bereichen mit unseren Denken und Streben überein.

Zu Beginn wussten wir noch nicht, was genau daraus werden sollte, aber allein die Bearbeitung des Rohproduktes, das Waschen und Kardieren ist eine sehr schöne Aufgabe.

Rohwolle

Das Ergebnis ist recht robuste und für diese Rassen typische “raue” Wolle mit ganz unterschiedlichen Farbnuancen von weiß zu cremefarben. Das hat uns dann zu dem Plan gebracht, diese Fasern zu einem Teppich zu verarbeiten. Am Wochenende habe ich dann die ersten 100g grob versponnen und sogleich die zweiten 100g gewaschen!

Handgesponnen Coburger Fuchs

Ich bin ziemlich begeistert 🙂

Was jetzt noch fehlt, ist ein Webrahmen und irgendwie noch ein wenig mehr Zeit 😉

Bleibt dran, zu diesem Projekt wird es noch den ein oder anderen Folgebeitrag geben!

/Matze

Aus Filz wird Flausch

Ich sag ja gern, dass ich hier im Wollstash über alle möglichen Gesamtprozesse schreibe, auch wenn mal was nicht so hinhaut, wie ich das gerne hätte.

Dem komme ich nach, wenn ich zusammenfasse, was mir mit der kuschelweichen Merinowolle passiert ist.

Als ich beim Färben der GOTS Merinowolle im Kammzug unvorsichtig war, sind mir 200g Fasern zwar farbmäßig gut gelungen, aber in der Qualität total versaut. Die feinen Fasern (19,5mic) sind wirklich, wirklich empfindlich! Mitunter reicht zu heisses Blubbern im Topf, dass sie filzen. Wenn man dann nicht aufpasst und beim Schleudern nachlässig ist, ist die Außenseite von Kammzügen schnell ein Netz aus Filz. Nicht viel, nur die äußerste Haut, wie bei einem Apfel 😉

Innen liegen die Fasern fein parallel und sauber ausziehbar nebeneinander.

Das hat den Vorteil, dass ich nun jeden Kammzug hernehmen kann und in feine lange Streifen teilen und diese kardieren kann. Somit wird das feine Netz aus Filz wieder aufgebrochen und die Fasern liegen fluffig (und wie!!) nebeneinander und schreien förmlich danach, gesponnen zu werden.

Leider sind in so einem Minibatt oder Battling (das klingt viel schöner) die Farben nicht mehr ganz so voneinander getrennt wie im Kammzug. Dennoch kann man beim Spinnen eine schöne Nuancierung erhalten, vor allem wenn man am Ende mit sich selbst verzwirnt.

Schaut mal: So sahen die Kammzüge aus:

Kammzüge GOTS Merinowolle

Und das sind die Battlings, jeder wiegt 25g:

GOTS Merinowolle handgefärbt Spinnfasern

Ich überlege, ob ich mir einen nehmen sollte und einfach mal spinne. Dann könnt ihr einen Eindruck haben, was man daraus machen kann.

Ist das eine gute Idee?

Falklandwolle <3

Ich habe euch ja in vergangenen Beiträgen schon berichtet, dass ich spinnmäßig gerade je 100g selbst gefärbte Falklandkammzüge verarbeite.

Falklandwolle

Falklandwolle

Verarbeitet habe, um genauer zu sein, denn beide Pakete sind mittlerweile fertig versponnen und Matze ist so lieb, die beiden Einzelfäden miteinander zu verzwirnen.

Nun war der Rote beim Färben leider angefilzt und ließ sich durch die Verarbeitung mit der Kardiermaschine wieder so wunderbar verspinnen, dass ich davon ausging, fortan immer nochmal zu kardieren. Ich sortierte den dunklen nach den einzelnen Nuancen und kurbelte, was das Zeug hielt.

Das Ergebnis waren verschiedene Battlings, die sich zwar leicht unterschieden, aber dennoch nicht mehr die besondere Brillanz des Kammzugs aufwiesen. Die goldenen Partien waren zu stark vermengt.

Beim Spinnen dann kam auch eher ein gedecktes Garn heraus. Die verschiedenen Farbstufen ließen sich nur beim ganz-genau-hinsehen wiederentdecken. Hier hätte ich also nicht kardieren sollen, zumal die Faserqualität eigentlich gut genug war, direkt den Kammzug zu verarbeiten. Nun, da habe ich Lehrgeld gezahlt.

Die ersten 50g sind mittlerweile fertig, gebadet und getrocknet, und trotz allem finde ich das Ergebnis sehr sehr schön. Der hier abgebildete Abschnitt hat knapp 180m Lauflänge 🙂

Zweifädiges Garn aus FalklandwolleZweifädiges Garn aus Falklandwolle

Ich denke, das Garn hätte aber viel mehr Charme, wenn ich den dunklen nicht kardiert hätte.

Habt ihr schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht? Wann sollte ich ein gefärbtes Garn nochmals kardieren, wann nicht? Hätte ich den Charakter des Dunklen auch beim Kardieren erhalten können?

Es wäre schön, darüber in Austausch zu kommen.

Und ich bin gespannt, wie das Garn verstrickt aussehen wird. Oft bekommt es dann nochmal eine ganz neue Richtung. Ach, ist das alles spannend!

/Anke

Was ist denn nun aus dem blauen Pullover geworden?

Hm, aufmerksame Leser*innen bemerken vielleicht, dass ich lang nichts mehr gezeigt habe von dem, was ich so auf den Nadeln habe.

Nach meinem eher frustrierten Beitrag hat sich aber dennoch einiges getan.

Zum blauen “Il grande favorito” kann ich sagen, dass ich von Isabell selbst ermutigt wurde, ihn erstmal beiseite zu legen:

isabell Krämer Ravelry

Das habe ich dann auch getan. Und weil sie so nett war, mich an meinen liebsten Pullover aus ihren Designs zu erinnern, den Ravello, habe ich auch kurzerhand einen neuen angeschlagen.

Ravello by Isabell KrämerRavello by Isabell Krämer

Aus zauberhaft weicher, dünner, flauschiger, leichter, ach so geliebter Drops Alpaca Wolle 😀

Was für eine Wonne!

Ich habe im oberen Bereich ein mittelgrau gewählt, für den dunklen Körper ein dunkelgrau, die Streifen werden ein gedecktes Rosa (ja, wirklich, das Foto lügt aber sowas von!) und ich bringe noch schwarzen Kontrast hinein. So habe ich vor, die Streifen in den Ärmeln von Rosa nach Schwarz abdunkeln zu lassen. Vielleicht ziehe ich das Schwarz dann auch an den Ärmeln bis vorn durch. Schauen wir mal.

Aber auch dieses Strickprojekt geht nicht so schnell von der Hand, da ich parallel voll im Spinnfieber bin. Und so arg viel Freizeit bleibt bei 3 Kindern und Job auch nicht (narf!).

Dank des absolut wunderbaren Kardiertiers ist die Falklandwolle  schon gut verarbeitet. Ihr erinnert euch? Das waren die Kammzüge:

Falklandwolle Kammzug     Falklandwolle handgefärbt

Die roten Fasern (rechts) sind gestern fertig geworden. Sie waren durch das Färben leicht angefilzt, das sieht man im Bild auch. Ihnen hat das Kardieren sehr gut getan, danach ging es wie von selbst. Die dunklen (links) waren in einem besseren Zustand, dennoch habe ich den Kammzug nach einzelnen Partien sortiert und in Battlings vorbereitet, so dass die einzelnen Nuancen auch im Garn erhalten bleiben.

Falklandwolle

Ich habe vor, die roten und dunklen Singles miteinander zu verzwirnen, um 200g eines einheitlichen Garns zu erhalten. IM MOMENT wird daraus der Mysa Cowl von Anyusha 🙂 Aber letztlich werde ich das erst entscheiden, wenn die Stränge vor mir liegen. Hach! Das ist wirklich eine schöne Beschäftigung, für Hand und Geist.

Ihr seht, von einem festgefahrenen Strickprojekt lasse ich mich nicht aufhalten 🙂