Die verstrickte Dienstagsfrage Woche 15/2015

Huch, schon wieder Dienstag.

Über die Feiertage kam ich gar nicht groß zum Schreiben, aber wer mag, kann mich bei instagram abonnieren, da schaffe ich es doch immer öfter, ein Bild zu posten 🙂

Das Wollschaf will heute wissen:

Nutzt Du Software für Dein Hobby, z.B. um Strickschriften zu erstellen oder um Anleitungen umzurechnen bzw. zu berechnen?
Wenn ja, welche Programme benutzt Du und wofür verwendest Du sie?
Gibt es Dinge, für die Du Dir eine Software wünschen würdest?

Hm nein, ich verwende keine Software. Ich sitze fast den ganzen Tag auf Arbeit vor dem Computer, da bin ich froh, wenn meine Hobbies ihn nicht brauchen.

Ich habe eine Weile den Knitting row counter verwendet, das ist eine coole App, aber bin dann doch wieder auf Stift und Zettel umgestiegen, da der Bildschirm die ganze Zeit an sein muss und das den Akku schleunigst leersaugt.

Ravelry bietet eine recht passable responsive Version seiner Webseite an, so dass ich hierfür auch keine extra Anwendung brauche.

Nein, ich brauche keine Software… im Moment. Das Schöne ist, ich bin immer neugierig und NIE würde ich jetzt erstmal nicht sagen 🙂

Halt! Eine gut nutzbare DaWanda App oder eine vernünftige Mobilversion der Webseite wäre cool, um den Shop zu verwalten!

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Die verstrickte Dienstagsfrage Woche 14/2015

Es ist Dienstag, ein Orkan wütet über Europa und da ist es wohl das beste, man vergräbt sich mit Wolle in eine Decke und hofft, dass alles ganz bleibt.

Angenommen Du hättest die Möglichkeit, einen “Strickmenschen” Deiner Wahl persönlich zu treffen (egal, ob bereits verstorben oder noch lebendig).
Wen würdest Du wählen und warum?

Darüber sollen wir also heute nachdenken.

Ich habe nachgedacht und finde, es wäre schön, Emma Jacobsson zu treffen.

Kennt ihr nicht?

Sicher gibt es mehrere Personen, die diesen Namen tragen. Ich meine aber die Gründerin der “Bohus Stickning” Gemeinschaft.

Emma Jacobsson organized Bohus Stickning in 1939 to provide relief work for women in the economically depressed Bohuslan district. Bohus knitting became world famous for producing designs of the highest quality, typically made from angora wool. Jacobsson closed Bohus Stickning in 1969. The Swedish economy had improved; women had more options for better paying work; the designs themselves had become so complex that  many women found them too difficult to knit; and the popularity of cheaper, synthetic materials was revolutionizing the market. via Angoragarnet

Emma Jacobsson gründete also “Bohus Strickning” während des 2. Weltkrieges aus wirtschaftlicher Not. Die Frauen aus Göteburg und des Bohus Gebietes, entwarfen extrem schöne, weltbekannte Fair Isle Muster, vor allem aus Wolle vom Angorakaninchen. 1969 wurde die Gruppe wieder aufgegeben, da sich die Wirtschaft stabilisierte und künstliche Materialien beliebter wurden als natürliche und hochpreisige Fasern.

Photo: Bohusläns museum

Photo: Bohusläns museum

Das Geschäft bestand daraus, edle Strickanleitungen und edle Fasern zu Strickerinnen im Bohus Bezirk zu vergeben, die fertigen Pullover, Mützen, Sets, Handschuhe oder Schals anschließend zu inspizieren und dann in die europäischen Großstädte zu liefern. Eine perfekte Balance aus Kreativität, Können, sozialem Netzwerk und Wirtschaftlichkeit entstand.

Emma selbst war eine Österreicherin, ausgebildete Botanikerin und Kunsthistorikerin. Während ihres Studiums in Berlin lernte sie ihren späteren Mann kennen, der letztlich Bürgermeister von Göteburg wurde, der Hauptstadt des Bohus Distrikts.

Photo: Bohusläns museum

Photo: Bohusläns museum

Sie gab für ihre Rolle als Frau des Bürgermeisters ihre eigene Karriere auf, pflegte aber viele Freundschaften zu Natur- und Kunstwissenschaftlern. Doch ihre politische Situation war es, die “Bohus Strickning” letztlich zum Erfolg führte. Als Augusta Teng und Helga Karlsson, zwei Aktivistinnen gegen Armut und Arbeitslosigkeit, bei ihr anfragten, wie man die Frauen der Umgebung und der umliegenden Dörfer in bezahlte Arbeit bringen könnte. Clara Clavinn, eine enge Freundin Jacobssons, wurde beauftragt, den Frauen Kurse zu geben. Es wurde viel versucht, von Puppen über Dekoration bis hin zum Stricken. Letzteres wurde erfolgreich.

Das Kursnetzwerk erstreckte sich weit in die ländlichen Bereiche und die Heimarbeiterinnen sandten dauerhaft Delegierte nach Göteburg, um den Kontakt über die weiten Strecken erhalten zu können. Mitunter waren somit Frauen mehrere Tage nicht zu Hause um Vollzeit zu arbeiten- in der damaligen Zeit eine regelrechte Revolution!

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Photo: Bohusläns museum

Emma Jacobssen und ihre Freundinnen Vera Bjurström und Anna-Lisa Mannheimer Lunn entwarfen die Muster und Anleitungen, die sehr poetische Namen tragen und von einem filigranen, ausladenden Fair Isle Design geprägt sind, welches durch die langen Angorafasern gezielt verschwimmt. Eine solche Optik ist auch heute noch einzigartig für das “Bohus Strickning”.

In den letzten Jahren hat es sich Solveig Gustafsson zur Aufgabe gemacht, die originalen Anleitungen wieder zu reproduzieren und in moderne Anleitungen umzuschreiben. Zudem hat sie mit viel Liebe zum Detail die originalen Farbtöne nachgefärbt und die Formeln dafür dokumentiert. Gemeinsam mit einer im Bohus Gebiet liegenden familiären Angorazucht und dem Bohuslän Museum sind die Stricksets nun auch heute wieder erhältlich, wenn auch in sehr begrenzter Zahl.

Ja, das finde ich faszinierend. Gern würde ich mit Emma Jacobsson und all ihren Freundinnen zusammensitzen, Angoragarn stricken und über Muster, Farben, Stricken und die Rolle der Frau in ihrer Zeit reden.

Die verstrickte Dienstagsfrage Woche 13/2015

Keine Frage!

“Ich stricke, also…”

kann ich!

Die verstrickte Dienstagsfrage Woche 12/2015

Huch, ich bin ja spät dran heute 🙂

Könnte daran liegen, dass ich derzeit die Maschen hier und da für ein paar Pinselstriche liegen lasse 😀

Dragonfly Aqua Brush Watercolor pencils

Dennoch…. dies ist die Dienstagsfrage und natürlich bin ich dabei!

Was war das netteste, originellste oder ungewöhnlichste Kompliment, dass Du für Deine gestrickten oder gehäkelten Sachen bekommen hast?

Hmmmm da muss ich wirklich nachdenken.

Originell? Ungewöhnlich? Eher nicht, bisher war alles eher “Hast du das selbst gemacht?” oder “Das sieht toll aus.” – alles weder originell noch ungewöhnlich, wobei man sich bei letzterem streiten könnte. Gemessen an meiner nicht pedantischen Art ist es vielleicht ungewöhnlich, dass die Klamotten tatsächlich Anklang finden *lach*

Aber nette Kommentare gibt es durchaus. Meine Kollegin Julia auf Arbeit meinte kürzlich, wenn ich so “ungewöhnliche” Designs wie den “3 in 1” von Matze öfter stricken würde, könnte ich in Russland reich damit werden… O.o

– Aber da ist es mir zu kalt. Und zu dunkel. Do swidanja, Moskwa!

Die verstrickte Dienstagsfrage Woche 11/2015

Da ist sie, die Dienstagsfrage für heute:

Hast Du schon mal Dein Strickzeug oder ein gestricktes Teil irgendwo vergessen oder verloren?

Wenn ja, hast Du es wiederbekommen?

Ja, hab ich. Meine allererste selbst gestrickte Mütze aus dunkelbrauner Merinowolle vom Finkhof.

Die habe ich letztes Jahr im Bus vergessen. Ich war “schon immer” ein Turnbeutelvergesser und habe es aufgegeben, zu glauben, dass sich das ändert. Früher hatte ich das Glück, dass unser Busfahrer im Nachbarhaus wohnte, da habe ich oft mein verloren geglaubtes Hab und Gut zurückbekommen.

Bei meiner Mütze war das anders, die ist einfach weg. Schade. Auch wenn sie nicht richtig gepasst hatte, voller fallen gelassener und wieder aufgehäkelter Maschen war, ich war so stolz darauf!

Strickmütze verloren

RIP, Strickmütze. Januar 2014