Alpakas im Kofferraum?

Uns ist Regionalität wirklich wichtig.

Im gesamten Alltag bieten sich unzählige Möglichkeiten, lokale Unternehmen auf vielfältige Art und Weise zu unterstützen.  Für unsere Schafwollfasern können wir uns auf Finkhof oder Drutschmann verlassen, für die etwas weicheren Fasern zumindest auf den europäischen Markt (ich finde Drutschmann und Finkhof auch weich, man sagt mir aber ich sei wohl “abgehärtet”).

Aber warum schreibe ich das alles eigentlich? Nun, das kommt jetzt…..

Letzten Samstag, so gegen 19:00 Uhr, erreichte uns  Anke folgender Anruf:

Anke: “Ja?”

Steve: “Wie lange bist du heute ungefähr wach?”

Anke: “So bis 12 denke ich…”

Steve: “Gut, ich hab da was für euch im Kofferraum.”

Anke: “Ok…. O.o”

Steve: “Bis nachher, dann…..”

Steve ist ein Arbeitskollege und wohnt in einem Nachbardorf einer Kleinstadt und hat dort natürlich auch Nachbarn, und wie es der “Zufall” so will, haben diese Nachbarn einen Alpakahof. !

*_______*

Unsere Augen und Ohren waren weit offen und so kam auch schon ein erster zögerlicher SMS Kontakt zu Stande. Es wurde sich auf einen fairen Preis für die Rohwolle eines Alpakas geeinigt und für irgendwann einmal ein Austausch vereinbart.

Alpakaweide

So, und wer jetzt 1 + 1 zusammenzählen kann, weiß auch, was sich in besagtem Kofferraum befand:

ein Sack (60l) randvoll mit Babyalpaka Fasern, quasi frisch geschoren. 🙂

2015-04-02 07.30.12

Jetzt sind wir jeden Tag fleißig am Zupfen und am Spinnen. ❤ Die Fasern sind unendlich weich und lassen sich ganz hervorragend in ein dünnes, gleichmäßiges Garn verwandeln. Mit Teamwork sind die ersten 100g fast geschafft!

Es ist schon erstaunlich, welch Farbvielfalt das Fell eines Tieres so haben kann.

Alpaka Garn handgesponnen

Wir freuen uns sehr, dass wir diesem Kontakt haben und damit auch etwas so “fernes” wie Alpakawolle direkt vor der Haustür beziehen können.

In diesem Sinne haltet die Augen und Ohren offen und:

“support your local breeder”

/Matze

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Helft ihr uns bei lalylalas Häkelquallengewinnspiel?

Hey,

Ich hatte euch vor einer Weile die neuen Häkelquallen gezeigt 🙂
Jetzt läuft das Gewinnspiel, bei dem alle Teilnehmer*innen ein Häkelbuch gewinnen können.

Nun, es wäre kein Drama wenn nicht, aber vielleicht könnten wir ja das eine oder andere Objekt daraus fertigen und euch zeigen, von daher wäre es toll, wenn ihr bei unserem Bild einen Daumen hoch gebt.

Hier gehts zur Abstimmung

Unser Bild ist das erste, wir nahmen unsere Quallen mit zu einer Skulptur, die regelmäßig von Strickbegeisterten eingestrickt wird ❤

Danke für eure Hilfe!

Habt einen schönen Samstag.

Cowl Nummer 3 :)

Kurz und schnell –
Nummer 3 für Matze:

Biker's Wintercowl

Ich strickte in grau: Eine nicht näher definierte lokale dreifädige Schurwolle und einen Faden Drops Alpaca mittelgrau

Ich strickte in Kontrast: Finkhof Merino dünn in rotmeliert und einen Faden Drops Alpaca dunkelgrau

Das Ergebnis ist ein sehr sehr anschmiegsamer Cowl, warm und wattig weich ❤

Nun fehlt noch einer für K2. Dies wird wohl mein Wochenendprojekt werden. Ich muss mal schauen, was der allgemeine Wollstash noch so hergibt. Ich fand die Mischung aus Schaf- und Alpakawolle wirklich hochgradig kuschelig. Vielleicht invertiere ich diesmal, mit dunklem Rand und grauem Kontrast. Ich bin gespannt!

Die verstrickte Dienstagsfrage Woche 6/2015

Ups, da war es auf einmal Dienstag Nachmittag.

Ein erkältetes Kind und eines mit einem beinahe gebrochenen Zeh können mich durchaus ein wenig in die Bredouille bringen.

Doch hier ist sie 🙂 Die Dienstagsfrage und meine Antwort darauf:

Wie wichtig sind Dir beim Garnkauf Kriterien wie geprüfte Schadstofffreiheit, organisch, nachhaltige Herstellung, Fair Trade u.ä.?
Achtest Du auf entsprechende Gütesiegel?

Nun, Stammleser*innen dieses Blogs kennen die Antwort schon. Nichts desto trotz erkläre ich gern nochmal, warum uns diese Frage so wichtig ist.

tl;dr: Am besten regional und bio, aber wenn es “sein muss”, dann mulesingfreie Schurwolle aus Südamerika. No-Go: alles aus Australien. Spinnfasern kommen aus Europa.

Wie wichtig ist mir die “Geschichte des Garns”?

Extrem wichtig. So wichtig, dass ich einen Großteil handelsüblicher Garne gänzlich ablehne zu kaufen.

Wir versuchen hier, ein möglist plastikfreies Leben zu führen. Das bedeutet nicht, dass wir alles aus Jute, Holz und Schnörkeleien haben, mitnichten. Doch kann man in vielen, vielen Aspekten des Alltags natürliche Alternativen zu Plastik verwenden. Für das, was einen Großteil meiner geringen Freizeit bestimmt (stricken, spinnen), sind mir also Fasern von Schafen und anderen Fasertieren lieb. Bei Mischungen setze ich, wenn es sein soll, auf maximal halbsynthetische Fasern. Doch eigentlich weiß ich zu wenig über die ökologischen Randbedingungen, die die Synthese von Bambusfasern, Sojaseide,  und anderen mit sich bringen und setze, wenn ich die Wahl habe, auf ausschließlich Tierhaare zur Verarbeitung.

Im besten Fall wurden diese dann so artgerecht wie möglich gehalten. Schafe in Wanderschäfereien zum Beispiel. Hier liebe ich die Wolle vom Finkhof oder der Schäferei Drutschmann, die ist sogar aus kontrolliert biologischer Tierhaltung.

Ich denke aber, dass es viele Schafhalter*innen gibt, die keine Zertifizierung haben und ihre Tiere dennoch gut und richtig versorgen. An so einem Siegel (auch andere Gütesiegel zur Schadstoffbelastung) hängt in der Regel auch eine nicht geringe Gebühr, die sich so manch kleiner Betrieb einfach nicht leisten kann oder will.

Fast ebenso wichtig wie eine artgerechte Haltung ist mir Regionalität.  Wenn ich die Möglichkeit habe, rohe Alpakawolle aus der Umgebung zu bekommen, dann bin ich darüber natürlich mehr als verzückt. Die würde ich dann nicht aus Peru kommen lassen. Geht es mir aber darum, ein Kleidungstück aus möglichst gleichmäßiger Wolle herzustellen und soll es dazu noch “schnell gehen”, dann kaufe ich auch mal industrielles Garn, natürlich! Wenn es finanziell gerade machbar ist, ist fairAlpaka erste Wahl, aber auch Drops Wolle kommt aus Peru und die Alpakas dort werden in der Regal ganz vernünftig behandelt. Über den Stress beim Scheren kann man sich streiten, aber auch hier vertraue ich erstmal den Leuten, die tagtäglich mit den Tieren Umgang haben.

Was ich gänzlich ablehne ist Wolle, von der ich nicht weiß, aus welcher Region sie kommt. Viele industrielle Sockenwollhersteller geben nicht bekannt, wo ihre Schurwolle herkommt. Steht nichts da, wird nicht geantwortet, dann gehe ich davon aus, dass australische oder neuseeländische Merinowolle verarbeitet wurde. Das freiwillige Verbot, auf Mulesing zu verzichten ist mir schlicht zu wenig. Australische und neuseeländische Wolle will ich nicht. Punkt.

In Südamerika wird kein Mulesing betrieben. Diese Wolle hat eine sehr ähnliche Feinheit zur australischen und stellt somit eine Alternative für mich dar, wenn ich ein bestimmtes Garn brauche. Drops zum Beispiel beziehen ihre Merinowolle aus Südamerika. Malabrigo und Rosy Green auch, um mal ein paar bekannte Hersteller zu nennen.

Bei Spinnfasern setze ich auf Wollknoll als Lieferanten. Hier habe ich immer sofort Antwort bekommen, bei allen Nachfragen zur Herkunft der Spinnfasern und Garne. Sie beziehen ihre Schurwolle aus Südamerika. Spinnfasern interessieren mich eigentlich nur europäische, da braucht man den ökologischen Fußabdruck nicht unnötig belasten. Falkland, Milchschaf, Eiderwolle, BFL, Gotlandwolle… Die Vielfalt ist groß. so groß, dass Australmerino oder Polwarth für mich gestrichen sind.

Ich glaube, das reicht um zu ahnen, was bei uns geht und was nicht. 🙂

Was ist denn nun aus dem blauen Pullover geworden?

Hm, aufmerksame Leser*innen bemerken vielleicht, dass ich lang nichts mehr gezeigt habe von dem, was ich so auf den Nadeln habe.

Nach meinem eher frustrierten Beitrag hat sich aber dennoch einiges getan.

Zum blauen “Il grande favorito” kann ich sagen, dass ich von Isabell selbst ermutigt wurde, ihn erstmal beiseite zu legen:

isabell Krämer Ravelry

Das habe ich dann auch getan. Und weil sie so nett war, mich an meinen liebsten Pullover aus ihren Designs zu erinnern, den Ravello, habe ich auch kurzerhand einen neuen angeschlagen.

Ravello by Isabell KrämerRavello by Isabell Krämer

Aus zauberhaft weicher, dünner, flauschiger, leichter, ach so geliebter Drops Alpaca Wolle 😀

Was für eine Wonne!

Ich habe im oberen Bereich ein mittelgrau gewählt, für den dunklen Körper ein dunkelgrau, die Streifen werden ein gedecktes Rosa (ja, wirklich, das Foto lügt aber sowas von!) und ich bringe noch schwarzen Kontrast hinein. So habe ich vor, die Streifen in den Ärmeln von Rosa nach Schwarz abdunkeln zu lassen. Vielleicht ziehe ich das Schwarz dann auch an den Ärmeln bis vorn durch. Schauen wir mal.

Aber auch dieses Strickprojekt geht nicht so schnell von der Hand, da ich parallel voll im Spinnfieber bin. Und so arg viel Freizeit bleibt bei 3 Kindern und Job auch nicht (narf!).

Dank des absolut wunderbaren Kardiertiers ist die Falklandwolle  schon gut verarbeitet. Ihr erinnert euch? Das waren die Kammzüge:

Falklandwolle Kammzug     Falklandwolle handgefärbt

Die roten Fasern (rechts) sind gestern fertig geworden. Sie waren durch das Färben leicht angefilzt, das sieht man im Bild auch. Ihnen hat das Kardieren sehr gut getan, danach ging es wie von selbst. Die dunklen (links) waren in einem besseren Zustand, dennoch habe ich den Kammzug nach einzelnen Partien sortiert und in Battlings vorbereitet, so dass die einzelnen Nuancen auch im Garn erhalten bleiben.

Falklandwolle

Ich habe vor, die roten und dunklen Singles miteinander zu verzwirnen, um 200g eines einheitlichen Garns zu erhalten. IM MOMENT wird daraus der Mysa Cowl von Anyusha 🙂 Aber letztlich werde ich das erst entscheiden, wenn die Stränge vor mir liegen. Hach! Das ist wirklich eine schöne Beschäftigung, für Hand und Geist.

Ihr seht, von einem festgefahrenen Strickprojekt lasse ich mich nicht aufhalten 🙂