Netzfundstück: Sustainable threads

“we need people who are able to make things.”

Dies ist mein liebstes Zitat von Sue Blacker aus einem Kurzportrait der Firma “The natural Fibre“. Diese ist eine Wollgarnspinnerei für britische Garne, die aus Vliesen von Schäfereien aus dem Umland hergestellt werden. Je nach Vorstellung der Kunden und Zweck des Garn können Alpaka, Mohair oder andere Fasern beigemischt werden.

Hier ist ein virtueller Rundgang durch die Spinnerei:

THROUGH THE MILL: HOW WE ADD VALUE TO YOUR FLEECE

Schön ist die Philosophie der Firma. Sie bilden ihre Angestellten selbst aus, bis hin zum Mechaniker. Wert wird vor allem auf Regionalität und Loyalität gelegt.

Vielleicht kennt ihr ja Blacker Yarns, diese sind die eigenen Linien der Spinnerei.

Das oben genannte Zitat stammt aus einem Film aus der Reihe “Any Resemblance“, die Unternehmer aus Cornwall und der Bretagne vorstellt, ganz unterschiedlich im Fach, aus unterschiedlichen Motivationen. Aber alle vereint die Leidenschaft für ihre Arbeit.

 

14 Sustainable threads Fil conducteur VOST from Le Groupe Ouest on Vimeo.

 

Cowls im Vergleich: Cupido vs. Mysa

Sicher seid ihr schon ganz gespannt, was aus meinem Falkland-Garn wird 😉

Nicht? Na, dann erzähle ich es euch trotzdem.

Ich sagte ja im verlinkten Beitrag, dass ich etwas enttäuscht vom Resultat des Spinnens bin. Nun, das kommt davon, wenn man übereilt bloggt.

Ja, das Garn sieht im “normalen” Licht ziemlich fad aus und von all den tollen Nuancen ist nichts übrig.

Schaut man aber bei Tageslicht darauf, ist es ein wahres Feuerwerk und gänzlich großartig. Ich jedenfalls bin demütig und nehme alle Aussagen zurück. Das Garn ist GENIAL. das Violett ist da, das Orange, die goldenen und grünen Töne. Alles.

Hier mal ein Bild von unter der neuen Tageslichtlampe:

falklandwolle im tageslicht

Bei etwa 720m und 200g kann man sich viele Gedanken machen, was aus den Strängen wird, aber schon zu Beginn schwebte mir ein ausladender, langer Cowl vor.

Ich war im täglichen Feedly-Lesen gleich begeistert von der Schlichtheit und dennoch Eleganz von Anyushas Mysa. Doch habe ich gern Alternativen…

Ich war mal offensiv und fragte Isabell im Ravelry, was sie mit diesem Garn in Richtung Cowl anstellen würde und unter anderem empfiehl sie mir den Cupido von Hiroko Fukatsu.

Hach, was war ich begeistert! Hebemaschen ❤ – Quasi die perfekte Vorbereitung auf mein irgendwann kommendes Mosaic knitting Projekt.

Ich konnte mich nicht entscheiden!!!

Dies lies mir als Maschenprobenverweigerer keine andere Wahl als in den sauren Apfel zu beissen und beide Muster anzustricken. Hier ist die Gegenüberstellung:

Mysa cowl

Mysa Cowl

Cupido Cowl                               vs.

Cupido Cowl

Für mich ganz klar der Sieger: Der Mysa Cowl. Durch das Lochmuster leichter als der Cupido, und dieser stellt sich für mein Garn als unvorteilhaft heraus, weil die Hebemaschen so gar nicht zu Tage treten. Dann muss ich mir die Mühe mit Tausenden Maschen nicht machen, wo keine Fehler tolerabel sind, da dann der Effekt weg ist.

Bei Anyushas Cowl muss ich viel weniger konzentriert arbeiten. Selbst eine ganze Runde Krausrippen mehr oder weniger würden nicht auffallen. Auch kommen die Farben besser zur Geltung. (Sagte ich bereits, dass unter dem richtigen Licht doch alle Farben da sind? Hach!)

Also wird es ein Mysa Cowl. Ein paar Rippen habe ich schon fertig. Zur Zeit ist wenig Strickzeit vorhanden, deswegen geht es schleppend. Schade!

Was sagt ihr? Hättet ihr euch anders entschieden?

Wenn der Topf aber nun ein Loch hat…?

Färbetopf

…. dann stopf ich es zu. Nicht mit Stroh, aber mit einem Lappen.

Diesen gar wunderbaren alten Einwecktopf fand ich gestern beim Trödler in der Stadt. Er ist RIESIG und ganz und war für 15,- ein absolutes Schnäppchen.

Da ich im Februar mal wieder eine große Wollbestellung machen will und dann auch Pläne habe, zusammenhängende Farbserien in mehr als Einzelstücken zu färben, brauchte ich noch einen so großen Topf.

Ich freue mich wie verrückt und bin gespannt, wie sich die Fasern darin verhalten werden.

Ach, ich freue mich!

Die verstrickte Dienstagsfrage Woche 5/2015

Da ist es wieder, das Wollschaf.

Eigentlich noch voll im Winterschlaf (so wie ich ein bisschen) und ziemlich frierend (so wie ich immer) stellt es heute folgende Frage:

Habt Ihr genau jetzt, in dem Augenblick, da Ihr diese Frage lest, etwas Selbstgestricktes an? Wenn ja, was? Und vielleicht könnt Ihr ja ein Foto machen?

Hmmm, natürlich trage ich selbst gestricktes 🙂

Hier drinnen ist es mein neuer Pullover, der mich wärmt:

Il grande favorito

Draußen geht im Moment nichts über meine im Sommer gestrickten Fair Isle Handschuhe und die Blättermütze – na huch, die ist ja hier noch in grau. Ich hab sie doch blau gefärbt! Na, dann muss ich das mal noch nachreichen.

Followerpower: Gibt es coole Youtuber, die “was mit Wolle” machen?

Liebe Leser*innen,

seit Anbeginn der Wollstash-Zeiten (jaaa das klingt, als gäbe es den schon ewig, hihi) bin ich immer am überlegen, ob ich nicht auch mal das bewegte Bild ausprobieren sollte. Immerhin gibt es im englischsprachigen Raum Podcasts und Blogs auf Youtube, die durchaus spannend sind.

Nun mag ich englisch sehr und tatsächlich denke ich, wird dieser Blog auch irgendwann zweisprachig laufen, doch glaube ich, dass es auch in meiner Muttersprache noch Bedarf an lesenswerten Beiträgen gibt.

Und noch viel mehr Vielfalt würde ich mir in Vlogs wünschen.

Was ich bisher gesehen habe sind zu 97% Tutorials. Kein Mensch braucht mehr das x-te Anleitungsvideo für einen Schal oder eine Beanie-Mütze. Es gibt hier bereits reichlich Vielfalt. Viel mehr fehlt mir eine gewisse Persönlichkeit, Garnvorstellungen, oder die Entwicklung eines Projektes verfolgen zu können, mal ein fertiges Stück im bewegten Bild zu sehen oder eben den Menschen dahinter aus einem anderen Winkel zu erleben. Videos von über 10 Minuten Länge schaue ich in der Regel nicht. Ich habe mitunter Vlogs gesehen, die eine Stunde liefen… Nein danke.

Gibt es so etwas, was ich nur noch nicht gefunden habe?

Sollte ich mich mit diesem Medium (Video) näher befassen oder gibt es den Bedarf doch nicht? Immerhin ist es extrem aufwändig und mit stundenlanger Arbeit verbunden, ein vernünftiges Video zu erstellen, deswegen will ich mich nicht ziellos verrennen.

Was ist eure Meinung? Ich freue mich auf Kommentare.

/Anke