Die verstrickte Dienstagsfrage 40/2014

Schon kurz nach dem Aufstehen wurde ich heute empfangen mit: “Die neue Dienstagsfrage ist da, schaumal worum es geht!”

Noch ein wenig schlaftrunken und mit nem großen Pott Kaffee las ich also als erstes die Frage….

 

Wieder einmal beschwört ein abwertender Artikel über handarbeitende Frauen einen Shitstorm in Netz herauf.

Was denkst Du?
Warum fühlen sich so viele Frauen sofort angegriffen und gehen in den Verteidigungsmodus, sobald jemand abwertend über Handarbeiten schreibt?

Mangelt es der handarbeitenden Frauenwelt vielleicht einfach nur an dem Selbstbewusstsein, über solches Geschreibsel mit einem milden Lächeln hinwegzusehen?

….und als nächstes den betreffenden Artikel dazu.

Das erste, was mir danach in den Kopf kam, war die Frage, warum ich gerade damit die ersten 20 Minuten meines Tages verbracht habe? Die Zweite war, ob ich als männlicher Vertreter überhaupt für eine Beantwortung “qualifiziert” bin?

Ja bin ich! und damit gehts los mit der Beantwortung 🙂

Was denkst Du?

Mein erster Gedanke war: Was für ein Mist! Normalerweise breche ich solche Artikel spätestens ab der Hälfte ab, da es sich meist nicht lohnt, den mehr als schlecht gespannten Bogen auch noch zu Ende zu lesen. Grundsätzlich finde ich es nicht verkehrt, auch Stimmen zu hören, die nicht meiner Meinung entsprechen. Wenn diese es auch noch schaffen, mit Argumentation, Information und Reflektion ihre Meinung klar rüberzubringen, regt mich das meistens sehr kontruktiv zum Nachdenken an. Dieser Artikel gehört leider so gar nicht in diese Kategorie 😦

Er ist ein sinnloses, verallgemeinerndes, hochgradig überhaupt gar nicht feministisches Geschimpfe auf eine Szene, die in sich so viel größer und individueller ist, als es der Kopf der Autorin wohl fassen kann.

Ob einem etwas gefällt oder nicht, ist immer noch Meinungssache und das ist auch gut so. Wenn mir Taschen und Kleidung im Blümchendesign nicht gefallen, na dann schau ich sie mir halt nicht an. Das hat aber in keinster Weise etwas mit dem Respekt vor der handwerklichen Leistung, Kreativität und Motivation zu tun!!!

Jeder hat das Recht, sich so zu entfalten wie er/sie es möchte und zu tun was er oder sie mag. (Bitte nicht mit dem gesetzlichen Rahmen kommen)

Und überhaupt !Jeder! schliesst auch uns männliche Fraktion mit ein! Diese sucht man nämlich im Artikel vergebens. Das einzige Bild vom Mann, welches dort gezeichnet wird, ist das althergebrachte vom Alleinverdiener, gesellschaftlich anerkannt, über Frauen bestimmend. Und mal ehrlich, ich hasse dieses Bild vom Mann! Das ist mindestens genauso diskriminierend wie die Definition der Frau als Heimchen am Herd.

Die Autorin gehört ganz offensichtlich zu der Kategorie Feministin, welche unbedingt Frauen zu besseren Männern machen möchte. Das hat mit Gleichstellung so gar nix zu tun 😦

Und weil sie sich so schön über die narzistischen Züge ihrer weiblichen Gegenüber beschwert:

Doch da ist noch der mit dem Boom einhergehende Narzissmus

Es ist AD, ohne H, aber mit S. Das Wesen von Narzissten liegt darin, von der Umgebung konstant Bestätigung abzuschlürfen

Hallo! Das sagt gerade eine Jounalistin[sic!], welche einen pauschalisierenden und abwertenden Beitrag über eine ganze Gruppe von Menschen geschrieben hat.

Eigentlich sollte man lachen!

 

Warum fühlen sich so viele Frauen sofort angegriffen und gehen in den Verteidigungsmodus, sobald jemand abwertend über Handarbeiten schreibt?

Wer fühlt sich nicht angegriffen, wenn etwas, was man wirklich gern macht und selber stolz darauf ist, so niedergeschrieben wird? Noch dazu ohne Argumentation? Ich kann das gut nachvollziehen und finde es richtig, dass dieses auch aufgegriffen wird und darüber gesprochen / geschrieben wird. Selbige Reaktionen kann man überall finden. In jedem Bereich und damit nicht auf Handarbeiten beschränkt.

 

Mangelt es der handarbeitenden Frauenwelt vielleicht einfach nur an dem Selbstbewusstsein, über solches Geschreibsel mit einem milden Lächeln hinwegzusehen?

Schwer zu sagen. Manch eine(r) kann darüber lächeln, und manch einen treffen Kleinigkeiten besonders hart, und diese Menschen können das Geschriebene dann nicht ignorieren. Ich für meinen Fall finde es meist schlimmer, was in Kommentaren geschrieben wird. Während der Autor sich in der Regel noch Mühe gibt und sein Text gegengelesen wird, ist man in den Kommentaren ungefiltert der Meinung der anderen ausgesetzt. Und dort tummeln sich dann die richtig fiesen Reaktionen der wirklich narzistisch veranlagten User!

Für mich war es erträglich, da dieser Artikel mich nicht persönlich angreift und damit für mich leicht zu ignorieren ist. Des Weiteren ist er in der Brigitte erschienen, welche es zu keinem Abo in meinem FeedReader geschafft hat 😉

 

oder wie Anke so schön gesagt hat:

Das bildet mich nicht ab!

/Matze

 

” Men, I would like to give this opportunity to extend your formal invitation. Gender equality is your issue, too… I’ve seen my father’s role as a parent being valued less by society. I’ve seen young men suffering from mental illness, unable to ask for help for fear it would make them less of a man … I’ve seen men fragile and insecure by what constitutes male success. Men don’t have the benefits of equality, either. We don’t often talk about men being imprisoned by gender stereotypes but I can see that they are.”

Emma Watson

 

Don’t write something you might regret. Don’t write something that you would not want to read about yourself. Whatever happened to “If you have nothing nice to say, then say nothing at all?” Is that just an old fashioned thing? A Southern thing? A polite thing? What is the big damned deal about being kind? Why is KINDNESS sometimes the LAST resort in confrontation and opinion. Why is the first always disdain?

Gregory Patrick | Mad man knitting

 

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5 thoughts on “Die verstrickte Dienstagsfrage 40/2014

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