Es schnurrt. Ganz leise. Und nein, es ist nicht die Katze.

Diejenigen LeserInnen, die diesen Blog verfolgen, haben vielleicht mitbekommen, dass wir unser Spinnrad (ein Louet S10) bisher nur geborgt hatten und es vor einigen Tagen zurückgeben wollten, aber Anja vom Waldmärchen meinte, wir können es noch übergangsweise behalten.

Dennoch entschlossen wir uns, nach Monaten virtuellen Lauerns und Herumschleichens, Zweifelns, Rechnens und Schmachtens, ein Bliss von Woolmakers zu kaufen.

JETZT IST ES DA!

Bliss Spinnrad von Woolmakers

Es ist…. TOLL!

Noch immer total surreal, dass es im Raum steht, zum Anfassen, Benutzen und Bewundern. Manchmal mag man ja Dinge, und weil man sie nur im Netz oder sonstwo sieht, wirken sie gar nicht real. So erging es mir mit diesem Spinnrad.

Aber jetzt ist es da und es spinnt sich suuuuuuper.

Natürlich nicht gleich sofort. Die erste halbe Stunde gab es zwischen meinen Händen, dem BFL Kammzug und dem Rad heftige Diskussionen und Reibereien, aber nach einer Weile haben wir alle den richtigen Takt und Schwung und Geschwindigkeit gefunden, so dass die weiteren Stunden wie im Flug vergingen.

Der größte praktische Unterschied zum Louet ist für mich, dass die Übersetzung eine andere ist. Ich muss vieeeeeeel, viel langsamer treten, selbst in der größten Übersetzung, um den Drall so entspannt fließen zu lassen wie ich es gewohnt bin. Doch das sind Gewohnheiten und die spielen sich schnell ein.

Gestern abend schnurrten hier also zwei Spinnräder. Ein eigenes, weißes mit dunkelrotem Garn , ein geborgtes, hölzernes mit braunem Garn.

Louet S10 und Bliss von Woolmakers

Und die Katze.

Ich glaube, wir brauchen ein zweites Spinnrad! *lach*

-und ab.

Die verstrickte Dienstagsfrage 43/2014

Beim Wollschaf gibt es, wie immer Dienstags, eine Frage an die Strickbegeisterten. Und Häkelliebhaber. Und Spinnverrückten. Wie auch immer.

Heute geht es um Affinität zu Technik:

Nutzt Du auf Deinem Smartphone oder Tablet Strick-Apps?
Wenn ja, welche und warum, welchen Nutzen haben sie für Dich?

Nun, ich selbst liebe mein Smartphone, ich finde es praktisch und nützlich zum Bilder machen und gleich teilen, Kontakte verwalten etc.

Ich habe auch eine App fürs Stricken drauf- den knitting row counter.

Zu Beginn war ich sehr sehr begeistert und überzeugt- aber bin wieder ganz schnell zum Papier und Stift übergegangen, da ich (im Herbst und Winter) in der Regel beim Handarbeiten in eine Decke gewickelt mit Kissen gepolstert irgendwo herumlümmele und zu faul bin, aufzustehen und das Telefon zu suchen 😀

Unterwegs und bei Projekten mit vielen Wiederholungen, die sich nicht einfach abzählen lassen (beim Hitchhiker zähle ich zum Beispiel einfach die Rippen), nutze ich sie im Ausnahmefall. Wenn ich meinen Projektzettel nicht dabei oder den Stift vergessen habe.

Ein Tablet habe ich nicht. Ich habe mal gelesen, dass man damit Muster fürs Fair Isle Stricken sehr gut lesen kann, so mit Zeilen markieren. Das stelle ich mir praktisch vor, weil

a) Ein Tablet größer als mein Smartphone ist und

b) Das Durchgestreiche ohne Lineal schnell unübersichtlich wird.

Aber da fehlen mir Erfahrungswerte. Wäre im Moment eigentlich mal spannend zu testen, da ich ein Colorwork Kleidungsstück testen darf (aka geheimes Geheimprojekt!!) – und da wäre der Anwendungsfall gegeben. Aber ohne Tablet gehts auch!

Zum Verwalten des Stashes verwende ich im Ausnahmefall Ravelry. In der Regel ist mein Stash übersichtlich, da ich selten einfach Wolle kaufe, sondern das immer projektbezogen oder für den Shop ist. Und dafür reicht noch ein einfaches Bücherregal, was keine Bücher mehr hält, sondern Wolle.

Also, happy knitting. Das nimmt noch keine App ab. 🙂

 

Schauspinnen bewundern

So wurden wir (Matze & ich und Anja vom Waldmärchen) beworben. Gestern war das, beim Herbstfest und Tag der offenen Tür an der Schule unserer Kinder.

Das ganze Spektakel stand nämlich unter dem Motto “handgemacht”. Und das sind unsere Spinnereien ja wirklich.

Wir hatten einen Tisch und zwei Spinnräder aufgebaut, an denen die Besucher schauen oder sich selbst mal probieren konnten. Anja hatte hierbei die geniale Idee, einfach ein fertiges Garn von einer Spule auf die nächste zu “spinnen” – denn für ein paar Minuten reicht das, um ein ungefähres Gefühl der Hand-Fuß-Koordienation zu bekommen. Und – das können auch schon ganz kleine Kinder mal machen.

Schauspinnen beim Schulfest

Während sie auf diese Art ganz viele neugierige Augen zufriedenstellen konnte, waren Matze und ich eifrig dabei, zu spinnen und somit die Entstehung von Garn zu zeigen und nebenbei Fragen zu beantworten. Ganz vielen Menschen ist nämlich nicht klar, wie der Prozess von der Faser zum Strickstück abläuft. Schön war, dass wir von ungewaschener Schafwolle über gewaschene Fasern und Handkarden (Guck mal aufs Foto, Stefanie 😉 )alles parat hatten und so ganz viel Wissen und Verständis unter die Menschen bringen konnten. Auch gab es die Gelegenheit, verschiedene Schafrassen und Alpaka in verschiedenen Zuständen (Rohwolle bis  Garn, gefärbt und ungefärbt, mit Säurefarben oder Pflanzen gefärbt…) zu bekuscheln. – Mehr geht nun wirklich nicht *lach*!

Meine Strickjacke für E. konnte ich auch übergeben- sie passt! Und die Trägerin freut sich. Alle Anforderungen sind erfüllt und das Farbdesign entspricht ihren Vorlieben. Puh!

Ich habe auch Neues gelernt, so zum Beispiel über das Filzen, denn da hatte ich bisher keinen Zugang zu und dementsprechend Wissenslücken.

Schön war’s! Nette Kontakte wurden geknüpft und wir hatten einige schöne Stunden, unser geliebtes Hobby mal der Öffentlichkeit zu zeigen. Das hat Spaß gemacht. Gerne wieder!

In eigener Sache….

Heute war ja der Tag, an welchem wir unser geborgtes Rad hätten zurück geben müssen.

Bei dieser Wortwahl merkt ihr auch, dass es wieder hier steht und wir noch eine nette Verlängerung bekommen haben. Eine Wohnung ohne ist allerdings schwer vorstellbar…..

Deswegen!!

/Matze

Woolmaker Bliss

Orange, grüne und schwarze Wolle mal ganz anders gefärbt

In meinem früheren Leben, als ich noch weniger mit Wolle zu tun und keine Kinder, also mehr Freizeit hatte, verbrachte ich gerne Zeit mit Computerspielen.

Das würde ich immer noch, kämen da nicht all die anderen Dinge dazwischen, die zu tun sind oder die ich tun will. Das Brot und Brötchen für die Familie selbst backen. Musik machen. Spinnen, stricken und Wolle färben.

Das Computerspielen ist sehr in die hinteren Bänke meiner Prioritätenliste gerutscht, und das ist gar nicht schlimm. Wenn es mich mal packt, weiß ich immer, wo welches liegt und die meisten sind eh dauerinstalliert.

Viel mehr als das selbst Spielen beschäftigt uns eigentlich das reglementieren der Spielzeit für die Kinder. Natürlich können sie mal. Aber nicht immer und natürlich nicht alles.

Minecraft steht hoch im Kurs, aber unser Rechner schafft das nicht. Also beschränken sich ihre Erlebnisse auf das Zocken bei Freunden, das Schnattern in der Schule und das Legospielen. Über die Sinnhaftigkeit, dass Lego (aka bunte Blöcke) jetzt Minecraft (bunte Blöcke) als Merchandizing Extraserie vertreibt, schreibe ich vielleicht drüben im Familienblog noch was, das gehört hier nicht hin.

Hierfür habe ich ein Fundstück, mit welchem die Kinder mich mit Sicherheit deutlich näher an ein “Klar kannst du jetzt Computerspielen” bekommen könnten als bisher:

 

Ich finde es großartig!

hihi. Und so ganz ohne Farbkleckserei!

/Anke